Fünf Siege, ein Sturm und ein besonderes Heimspiel
Der WSV Hellas 1920 Gießen meldet sich mit einem Doppel-Einsatz eindrucksvoll aus der Saison zurück. Während das Juniorenteam des WSV Hellas 1920 Gießen e.V auf der 89. Kasseler Ruderregatta fast alles gewann, was sich gewinnen ließ, kämpfte sich Tim Titus Günther 500 Kilometer weiter nördlich auf dem windgepeitschten Küchensee in Ratzeburg durch ein international hochkarätig besetztes Feld.
KASSEL
Die Junioren lieferten bei der 89. Kasseler Ruderregatta und Sprintcup ein Wochenende ab, das von Beginn an Fahrt aufnahm. Den Auftakt am Samstag setzten Anton Smidt und Fritz Kampschulte im leichten Doppelzweier. Ein Boot, das in Bestform läuft, wenn die Schläge synchron fallen und der Rhythmus stimmt. Beides passte.
David Schubert legte unmittelbar nach und setzte sich im Leichtgewichts Junioren einer klar durch.
Am Sonntag gehörte Anton Smidt erneut der Steg: Im Einer über die klassischen 1000 Meter sicherte er sich bereits seinen zweiten Sieg des Wochenendes, was von einer stabilen Form über zwei Renntage zeugt. Den Schlusspunkt der 1000m setzte dann das Duo David Schubert und Jan Konrad Nau im Doppelzweier.
Auf der 350m Sprint Strecke zeigte Schlagmann Schubert, warum er amtierender hessischer Sprintmeister ist. Mit einem sauberen, konzentrierten Rennen sowie perfekten Bedingungen ließ er mit seinem Partner Nau der Konkurrenz keine Chance und entschieden den Sprintcup für sich.

Mit fünf Siege aus sieben Starts ließ das Juniorenteam auf der Regattastrecke an der Fulda keine Zweifel aufkommen, dass die aktuelle Form richtig gut ist.
RATZEBURG
Während die Junioren in Kassel auf Siegkurs waren, wartete auf Tim Titus Günther in Ratzeburg eine ganz andere Bühne. Die Internationale Ratzeburger Ruderregatta auf dem Küchensee gehört zu den traditionsreichsten Kräftemessen im Rudersport und machte ihrem Namen auch in diesem Jahr alle Ehre. Im Leichtgewichts-Männer-Einer traf Günther auf ein international besetztes Feld mit Gegnern unter anderem aus Brasilien, Dänemark, den Philippinen und den Niederlanden.
Doch nicht nur die Konkurrenz sorgte für Anspruch. Auch der Küchensee zeigte sich von seiner rauen Seite: stürmischer Wind, schäumende Wellen und unruhiges Wasser machten das Rennen zu einer echten Prüfung.
Günther nahm diese Herausforderung an und ruderte in dem stark besetzten Feld auf den fünften Platz. Zwischen Windböen, Wellen und internationaler Konkurrenz war das Rennen eine Standortbestimmung auf hohem Niveau.

Wertvolle Unterstützung bekam Günther dabei direkt an der Strecke von Trainer Marc Weber. Weber, selbst international erfahrener Spitzenruderer und zweifacher Olympiateilnehmer, ist Anfang des Jahres für seine eigene Ruderkarriere nach Ratzeburg gezogen und konnte seine Athleten vor Ort betreuen. Gerade auf dem anspruchsvollen Küchensee zahlte sich dieser Heimvorteil aus. Wenn Wind und Wellen den Rhythmus brechen wollen, helfen Erfahrung, klare Ansagen und ein Trainerblick, der weiß, worauf es in solchen Rennen ankommt.

Genau diese Eindrücke aus dem Norden, gepaart mit dem Selbstvertrauen aus der Siegesserie der Junioren in Kassel, bilden nun das perfekte Fundament für die nächsten großen Aufgaben der Athlet:innen des WSV Hellas 1920 Gießen e.V. Denn der nächste Härtetest steht bereits vor der Tür. Anfang Juli warten mit den Deutschen Großbootmeisterschaften und den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften die absoluten Höhepunkte der Saison auf die Gießener Ruderer.